
Fazit
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Die vorliegende Studie zeigt anhand verschiedener Szenarien die zukünftige Entwicklung der Nachfrage und des Angebotes an Arbeitskräften bis zum Jahr 2035 – sowohl für Bayern insgesamt als auch für dessen Landkreise und kreisfreie Städte. Die Ergebnisse machen deutlich, dass im Basisszenario in der Mehrheit der Berufshauptgruppen im Jahr 2035 mit Engpässen zu rechnen ist – obwohl sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Vergleich zur Vorgängerstudie verschlechtert haben. Dass solche Engpässe selbst unter sehr pessimistischen Annahmen zur wirtschaftlichen Entwicklung auftreten, belegt das Negativszenario: Trotz eines deutlichen Rückgangs der Nachfrage zeigen sich auch hier in den meisten Berufen weiterhin Engpässe. Ursache ist, dass das Arbeitskräfteangebot infolge der demografischen Entwicklung noch stärker zurückgeht. Der demografische Rückgang bleibt somit der entscheidende Engpassfaktor.
Auf regionaler Ebene werden Engpässe insbesondere in den ländlichen Kreisen im Norden Bayerns sichtbar. Ausschlaggebend hierfür ist der deutliche Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung in diesen Regionen. Auch auf Ebene einzelner Berufshauptgruppen zeigen sich teilweise große regionale Unterschiede. Dies verdeutlicht das Beispiel der Berufshauptgruppe Verkaufsberufe: Hier reicht die Spannweite der Ungleichgewichte von einem rechnerischen Überangebot von bis zu 6,6 Prozent der Nachfrage bis hin zu Engpässen von 16,4 Prozent. Bei der Interpretation dieser regionalen Ergebnisse auf Ebene von einzelnen Berufen ist jedoch zu beachten, dass diese naturgemäß mit höheren Unsicherheiten verbunden sind – etwa aufgrund geringer Fallzahlen, veränderlicher Pendlerströme und regional spezifischer Struktureffekte. Die Ergebnisse für das Jahr 2035 zeigen daher vor allem Tendenzen und Rangfolgen, weniger exakte quantitative Punktwerte.
Die Studie identifiziert damit sowohl regionale als auch berufsspezifische Besonderheiten im Hinblick auf entstehende Ungleichgewichte innerhalb Bayerns. Dadurch werden für die bayerische Landespolitik und die Unternehmen vor Ort die Herausforderungen zur Arbeits- und Fachkräftesicherung auf einer kleinräumigen regionalen Ebene sichtbar. So zeigt das Beispiel der Verkaufsberufe im Landkreis Bayreuth anhand konkreter Daten, dass Anreize zur Senkung der Teilzeitquote – etwa durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf – in diesem Fall eine wirksame Maßnahme zur Verringerung des Arbeitskräftedefizits darstellen können. Ergänzend können auch Maßnahmen zur gezielten Gewinnung von Arbeitskräften aus dem Ausland dazu beitragen, bestehende Engpässe in diesem Berufsfeld abzumildern.
Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass bereits heute Handlungsbedarf besteht – selbst unter pessimistischen wirtschaftlichen Annahmen. Die Sicherung und Gewinnung von Arbeits- und Fachkräften in Bayern erfordert daher vielfältige Anstrengungen und Maßnahmen. Bei der Interpretation der regional differenzierten Ergebnisse besteht jedoch die Gefahr, sich in Detailfragen zu verlieren. Daher ist es wichtig, die regionalen Befunde stets im Gesamtzusammenhang des bayerischen Arbeitsmarktes zu betrachten. Der Vergleich mit der Studie aus dem Jahr 2023 zeigt, dass die damaligen Aussagen zur Struktur der Ungleichgewichte weiterhin Bestand haben. Entsprechend wird deutlich, dass klassischen Handlungsfeldern – wie einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf – auch vor dem Hintergrund der aktualisierten Ergebnisse eine hohe Bedeutung zukommt. Auch Maßnahmen zur Weiterqualifizierung von Arbeitskräften sowie Ansätze zur Ausweitung der Arbeitszeit bleiben zentrale Stellschrauben, um vorhandene Potenziale noch besser zu nutzen. Die Arbeitskräfte- und Fachkräftesicherung ist also weiterhin eine wichtige Zukunftsaufgabe für Bayern.
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